Traditionelle Naturheilkunde

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Die alte Naturmedizin Europas (Traditionell europäische Naturheilkunde) betrachtet den Menschen nicht isoliert, sondern nimmt ihn in seiner Gesamtheit wahr und ernst. Sie stärkt die individuelle Konstitution, reguliert Dysbalancen und aktiviert die Selbstheilungskräfte des Menschen.

Sie kann begleitend und unterstützend zur Schulmedizin eingesetzt werden.

"Es ist und bleibt ein Glück, vielleicht das höchste, frei atmen zu können.“

Theodor Fontane

Was ist die TEN?

Die traditionell europäische Naturheilkunde (TEN) besteht seit zweieinhalb Tausend Jahren und hat ganz verschiedene Wurzeln, die ins alte Griechenland, zu den Arabern, den keltischen Druiden und zu den Bibliotheken und Kräutergärten der Klöster zurückreichen. Im Mittelalter erreichte die Klostermedizin mit Hildegard von Bingen einen Höhepunkt. Vertreter der TEN sind der Arzt und Philosoph Paracelsus genauso wie Samuel Hahnemann mit der Homöopathie, Rudolf Steiner mit der Anthroposophie und Pfarrer Sebastian Kneipp mit den fünf Säulen für ein gesundes Leben. Der medizinische Umbruch im 19. Jahrhundert mit der Hinwendung zur Zellularpathologie beendete die Ära der TEN als universitäre Medizin.

 

Humoralpathologie (Vier Säfte Lehre)

Die Basis der TEM ist die Vier-Säfte-Lehre. Hippokrates und Galenus von Pergamon gelten als Begründer der Humoralpathologie. 


 

Hippokrates hat den Elementen Wasser, Luft, Feuer und Erde die vier Kardinalsäfte Blut (Sanguis), Schleim (Phlegma), Gelbgalle (Cholera) und Schwarzgalle (Melancholera) mit den dazugehörigen Temperamenten Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker und Melancholiker zugeordnet. 
Diese Säfte werden im Denk und Arbeitsmodell der TEN nicht als substanzielle Körperflüssigkeiten gesehen, sondern repräsentieren die Elementarprinzipien (Wärme, Kälte, Feuchtigkeit und Trockenheit). Die Qualitäten stehen in einem ausgleichenden, physiologischen Verhältnis zueinander.
 

Temperamenten Lehre

Nach der Vier-Temperamente-Typenlehre (Sanguiniker, Phlegmatiker, Choleriker, Melancholiker) hat jeder von uns, gemäß seiner Anlage, eine bestimmte Grundkonstitution. Dieser zeigt Stärken, Schwächen und Anfälligkeit für spezielle Beschwerden sowie die Ansätze zu deren Heilung an. Gesundheit ist definiert, als das richtige Mischungsverhältnis der Säfte. Krankheit ergibt sich aus einem andauernden Ungleichgewicht.

 

 

Die Konstitutionsmedizin 

Die Konstitutionslehre als Weiterführung der Temperamenten Lehre ist ein typischer und unverzichtbarer Bereich der TEN. Ihre Bedeutung für Diagnostik, Krankheitsprophylaxe und Therapie geht weit über die Temperamentszugehörigkeit hinaus. Die Konstitution beschreibt die spezifischen, humoral induzierten Reaktionsmuster eines Menschen, sowohl in der Physiologie als auch in der Pathophysiologie. Damit beschreibt und erklärt die Konstitutionslehre einerseits individuelle Besonderheiten (z.B. Wärme- oder Kälteempfindlichkeit) und andererseits ist sie Basis der Krankheitsdispositionen und Diathesen, der Art des Krankheitsverlaufs (akut, chronisch, degenerativ)

Beispiele zur Anwendung der Atemtherapie:

  • Zur Sekretlösung bei Atemwegserkrankungen (Bronchitis, Asthma)

  • Zur Aktivierung und Stärkung der Zwerchfellatmung

  • Um die Sauerstoffaufnahme in den Lungen zu fördern (zu flache oder falsche Atmung)

  • Stimm- und Sprechstörungen

  • Seelischen Schwierigkeiten (Ängste, Nervosität, depressive Verstimmung)

  • Schlafprobleme

  • Kopf-, Rücken und Gelenkbeschwerden

  • Kreislaufstörungen